veröffentlicht am 11. Februar 2016 in Marderarten, Ratgeber von

Martes martes, so lautet der wissenschaftliche Name des Baummarders. Er ist eine Unterart der Marderfamilie (Mustelidae). Da er die Wälder von Europa und Westasien bewohnt, fällt er den meisten Menschen nicht negativ auf. Das unterscheidet ihn von seinem nahen Verwandten, den Steinmarder, der die Nähe der Menschen sucht und hierbei das Hab und Gut der Menschen beschädigt.

Wie sieht der Baummarder aus?

Ein Baummarder hat ein dunkelbraun- bis kastanienfarbiges Fell, wobei der Kehlfleck häufig gelblichbraun und nach unten hin abgerundet ist. Im Winter trägt er ein langes, seidiges Winterfell, während das Fell im Sommer kürzer ist.

Ganz Mardertypisch hat der Baummarder einen langgestreckten Körper mit kurzen Beinen. Die Füße sind stark behaart. Der lange und buschige Schwanz wird als Gleichgewichtsorgan beim Klettern und Springen genutzt. Ein weiterer Unterschied im Gegensatz zum Steinmarder ist die dunkle Nase.

Die Größe eines Baummarders kann zwischen 45 und 58 Zentimeter liegen, wobei allein schon der buschige Schwanz des Marder bis zu 28 Zentimeter lang werden kann. Ein Baummarder kann bis zu 1,8 Kilogramm auf die Waage bringen.

Wo lebt der Baummarder?

Der Name des Baummarders kommt nicht von ungefähr. Er bewohnt die Wälder, vorwiegend Laub- und Mischwälder, in weiten Teilen Europas und Westasiens. Lediglich auf Island, im äußersten Norden von Skandinavien und in Teilen der iberischen Halbinsel ist er nicht zu finden.

Ab und an verirrt er sich auch in größere Parkanlagen. Aber grundsätzlich ist er scheu und versucht den Menschen aus dem Weg zu gehen.

Die Lebensweise

Ein Baummarder kann sehr gut klettern und springen. Bis zu vier Meter kann er überwinden. Zum Klettern kann er seine Füße um 180 Grad drehen.

In seinem Marderrevier legt der Marder in der Regel mehrere Nester in Baumhöhlen an. Er nutzt hierfür auch gern verlassene Greifvogelnester oder Eichhörnchenkobeln. Hierhin zieht er sich tagsüber zurück. In der Dämmerung und in der Nacht geht der Baummarder auf Nahrungssuche.

Allen Marder sind terretoriale Tiere, die ihr Revier markieren und die Grenzen gegenüber Artgenossen verteidigen. Das Revier eines Mardermännchen ist in der Regel größer als das der Weibchen.

Wovon ernähren sich Baummarder?

Die Edelmarder sind grundsätzlich Allesfresser. Auf dem Speiseplan stehen üblicherweise kleine Säugetiere wie z.B. Eichhörnchen oder Wühlmäuse. Aber auch Vögel und deren Eier sind bei Baummardern sehr beliebt. Ein Marder schreckt jedoch auch vor Fröschen, Schnecken, Reptilien, Insekten und Aas nicht zurück. Er tötet seine Beute durch einen Biss in den Nacken.

Im Spätsommer und Herbst stehen auch Früchte, Beeren und Nüsse auf dem Programm. Der Marder legt auch für den Winter einen Nahrungsvorrat an.

Die Fortpflanzung

Die Paarung der Baummarder erfolgt wie bei den Steinmardern im Hochsommer. Anschließend erfolgt ebenfalls eine Verzögerung in der Keimentwicklung. Die Marderjungen kommen meistens erst im April zur Welt.

In der Regel kommen drei Junge mit einem Wurf zur Welt, welche jeweils ca. 10 Zentimeter lang sind. Nachdem Sie acht Wochen im Nest waren, beginnen Sie umherzuklettern. Nach 12 bis 16 Wochen sind sie selbstständig. Sie bleiben jedoch meistens noch bis zum nächsten Frühjahr bei der Mutter.

Die Geschlechtsreife erreicht ein Marder mit 14 Monaten. In freier Wildbahn wird ein Baummarder häufig nur knapp 10 Jahre alt. In Aufzucht kann er jedoch auch bis zu 16 Jahre alt werden.

Wie ist das Verhältnis zum Menschen?

Auf Grund seines Pelzes wurde der Baummarder früher sehr häufig gejagt. Der Pelz war sehr begehrt, woraus sich der Name „Edelmarder“ ableitet. Durch das große Verbreitungsgebiet ist er nicht vom Aussterben bedroht.

Der Baummarder benötigt jedoch große Waldflächen für sein Revier. Da die Waldflächen in den letzten Jahrzehnten immer weniger geworden sind, wird hierdurch der Lebensraum des Marder eingeschränkt und er ist in einigen Gebieten verschwunden.

 

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